Letztes Wochenende habe ich etwas getan, was komplett verrückt ist für die meisten.

Ich bin am Sonntag aufgestanden, habe mir sogar den Wecker gestellt – auf eine unchristliche Zeit, vor 4:40 Uhr – bin aufgestanden, habe mich fertig gemacht, angezogen, bin mit dem Hund raus und danach zur Afterhour in einen Techno-Club in Zürich.

Ohne Alkohol, ohne Drogen, ohne irgendwelche Substanzen drei Stunden durchgetanzt, mich mit ein paar Freunden getroffen und einfach einen richtig geilen Start in den Sonntag gehabt.

Früher hätte ich mir so etwas nie vorstellen können. Ich habe sogar die Leute ausgelacht, die sowas gemacht haben.

Wir haben sie damals sogar als “Stinos” bezeichnet, für “Stinknormale”

Sorry dafür, ich bitte um Vergebung.

Damals auf Techno-Parties hatte ich immer genügend Ecstasy, Kokain oder sonst irgendwas dabei, um mich einfach zu betäuben – um nicht fühlen zu müssen.

So würde ich es jetzt zumindest sagen. Damals habe ich gesagt: Ich will feiern gehen, ich will alles rauslassen, Spaß haben und tanzen.

Das war natürlich nur ein Vorwand.

Jetzt im Nachhinein merke ich: Es ging mir gar nicht so sehr darum, mich abzuschießen. Sondern darum, intensiver Gefühle zu erleben – Gefühle, die eigentlich schon in mir sind.

Und das sind Gefühle, die glaube ich in uns allen sind und die wir alle craven. Bei mir ist es zum Beispiel das Zugehörigkeitsgefühl, das Gefühl von Verbindung, von Community.

Genau das habe ich auf der Tanzfläche immer gespürt. Diesen gemeinsamen Vibe, wenn der Beat dropt. Alle sind im selben Modus, haben Spaß und feiern das Leben. Keiner denkt über Probleme, Krieg oder den Job nach, den er nicht mag.

Das hat mich einfach fasziniert.

Die Frage, die ich mir vor etwa 15 Jahren gestellt habe – als ich langsam aufgehört habe, mich intensiv mit Substanzen zu betäuben, unter anderem mal ein Jahr Alkohol-frei war und komplett mit Drogen aufgehört habe – war: Brauche ich das wirklich, um diese Gefühle erleben und ausdrücken zu können?

Heute sage ich: Nein. Und das war der Beweis an diesem Wochenende.

Wir waren zu viert. Alle ohne Alkohol, alle ohne Substanzen. Und wir hatten einfach den Spaß unseres Lebens – gelacht, uns gegenseitig veräppelt, eine geile Zeit gehabt.

Und dennoch: Es gibt immer noch sehr viele Menschen – gerade hier in Zürich oder in den Großstädten – die glauben, das nicht zu können. Ohne sich irgendwie abzulenken, zu betäuben oder vor sich selbst zu fliehen.

Den Tag danach habe ich ein Instagram-Reel gepostet. Für viele, die es nicht wissen: Ich bin quasi ein Newbie bei Instagram – ich war zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden und habe jetzt die ersten Tage damit angefangen, einfach ein paar Reels zu machen und rauszuhauen, was mir gerade im Kopf vorgeht.

Ich habe mein Handy genommen, bin mit dem Hund raus und habe dieselbe Geschichte erzählt, die ich dir gerade erzählt habe – in ein bisschen kürzerer Fassung.

Für meine Verhältnisse ist dieses Reel komplett viral gegangen. Mittlerweile 26.000 Views, über 400 Likes, mehr als 50 Kommentare.

Anscheinend ist dieses Thema sehr relevant für viele.

Einige der Kommentare – und vor allem die Privatnachrichten, die ich danach bekommen habe, auch von Menschen, die ich vorher nicht kannte – haben mich wirklich berührt.

Viele haben gesagt: „Ich bewundere dich, ich könnte das nicht." Andere haben geschrieben, dass sie seit sechs Jahren clean sind und anderen Menschen zeigen, wie sie von Drogen wegkommen.

Was aber viele geschrieben haben: Dass sie sich einfach mehr trauen, wenn sie leicht alkoholisiert sind. Dass sie sich schämen oder schüchtern sind beim Tanzen, beim Ansprechen anderer Menschen – oder einfach dabei, ihr authentisches Selbst zu leben.

Und da ist natürlich die Frage, die in mir hochkommt: Warum brauchen wir dafür Drogen?

Ich habe wirklich auch gedacht, dass es so ist. Ich habe mich immer komisch gefühlt, wenn ich getanzt habe und nicht irgendwas intus hatte. Klar – da spielen unterdrückte Gefühle rein. Scham, Schuld, Unsicherheit.

Mittlerweile kann ich mit Stolz sagen, dass ich das größtenteils nicht mehr habe. Ich habe natürlich immer noch Phasen, wo ich mich unwohl fühle – das ist auch tagesformabhängig. Man sollte sich dafür nicht verurteilen, sondern dieses Gefühl annehmen und sagen: „Okay, ich bin gerade schüchtern. Ich bin gerade nervös. Ich fühle mich unsicher." Und dann mit diesen Gefühlen arbeiten.

Deswegen ist es so wichtig, eine regelmäßige Praxis zu haben, die diesen Gefühlen Raum gibt – Gefühlen, die man in solchen Momenten vielleicht wegschiebt oder durch Substanzen betäubt.

Denn das Ganze ist nicht nachhaltig.

Es ist nicht nachhaltig im Umgang mit deinen Emotionen – und du wirst keine emotionale Stabilität und keine Resilienz aufbauen, wenn du so weitermachst.

Was passiert, wenn wir immer wieder Substanzen nutzen, um nicht zu fühlen, was gerade unangenehm ist? Diese Gefühle, die in dir gären, entwickeln irgendwann ein eigenes Leben. Eines, das du nicht mehr steuerst, nicht mehr unter Kontrolle hast.

Diese Emotionen – tief im Unterbewusstsein, im Körper, in der Persönlichkeit – werden dein Leben schwieriger machen. Vielleicht sogar ein Stück weit ruinieren.

Wir alle haben Dokumentationen gesehen über Menschen, die schwer abhängig sind – von Heroin, Kokain, Crystal Meth. Die haben irgendwann ihr Leben, ihren Körper, ihre Stimme nicht mehr unter Kontrolle. Weil die unterdrückten Gefühle sie immer weiter in die Dunkelheit gezogen haben.

Was also wichtig ist: Diesen Gefühlen regelmäßig Raum geben.

Mit regelmäßig meine ich nicht einmal im Jahr beim Retreat. Ich meine täglich, wöchentlich, monatlich – eine echte Praxis, die dir erlaubt, diese Gefühle zu sehen, wahrzunehmen, mit ihnen zu arbeiten und sie dann loszulassen. Damit sie nicht verrotten, nicht gären, nicht toxisch werden.

Genau deswegen bin ich dort, wo ich heute bin.

Ich kann Sonntag um 4:40 Uhr aufstehen, frisch in den Technoclub gehen und einfach Spaß haben – an der Musik, den Leuten, dem DJ, den Freunden. Ich brauche nichts von außen dafür.

Denn ich weiß: Selbst wenn Unsicherheit hochkommt, habe ich in den nächsten Tagen eine Praxis, die mir hilft, das zu fühlen und wieder loszulassen.

Wenn du noch keine Praxis hast – fang damit an.

Und wenn du mutig bist: Nimm einfach einen Monat. Lass alle Substanzen weg, alle Ablenkungen – Social Media, Training, was auch immer.

Nimm rein, was hochkommt. Raw und ungefiltert. Fühle es durch, sitz damit, atme rein.

Und lass diese Gefühle auf wieder los.

Dein Leben wird ein anderes sein. Geiler, gesünder, stärker. Authentischer. Und vor allem: erfolgreicher – in Kombination mit echter Erfüllung.

Und wenn du dabei Support brauchst, dann meld dich bei mir, denn ich kreiere Räume genau dafür.

In den letzten Jahre, habe ich Hunderte von Menschen begleitet, sich nicht mehr von ihren Emotionen und äusseren Faktoren steuern zu lassen.

Fang an das Leben zu genießen und alles, was es zu bieten hat, aber verlier dich nicht in den Verlockungen, falschen Versprechungen & schnellen aber vergänglichen Freuden im Außen.

Ich warte auf deine Antwort per Mail oder Whatsapp.

♡ just breathe

Robin

PS: Folgst du mir schon bei Instagram? Dann schau dir hier das erwähnte Reel an:

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